Post erwägt Filialverkauf an Postbank

Bild: Deutsche Post

Die Deutsche Post AG verhandelt mit ihrer ehemaligen Tochter Postbank über den Verkauf ihrer letzten in Eigenregie geführten Filialen. Wie der Konzern heute, Dienstag, verlautbaren ließ, seien die Bonner “einer der Kandidaten für eine Übernahme”. Obwohl die Gespräche bereits angelaufen sind, wurde ein finaler Vertrag bisher noch nicht unterzeichnet. Mit einem Abschluss der Verhandlungen rechnet die Post aber noch im ersten Halbjahr 2010.

350 Filialen im Gespräch

“Für den Kunden ändert ein Eigentümerwechsel nichts. Der geplante Verkauf der restlichen Postfilialen zeigt, dass sich die Post in Zukunft auf ein breiteres Fundament stellen will und mit einer höheren Reichweite sowie längeren Öffnungszeiten bessere Verfügbarkeit anpeilt”, unterstreicht Nils Machemehl, Analyst bei der BHF-Bank. Ziel des gegenwärtigen Deals ist, die verbleibenden rund 350 Filialen endgültig abzustoßen.

Das Vorhaben kommt für Branchenbeobachter nicht unerwartet. Zahlreiche Niederlassungen waren schon von Einzelhändlern übernommen worden. Mit der Übernahme der Zweigstellen könnte die Postbank ihr Filialnetz expandieren – und auch die Mitarbeiter übernehmen. Diese, unter ihnen auch Beamte, müssten dann nicht innerhalb des Post-Konzerns vermittelt werden. “Die Post steht vor allem wegen der Konkurrenz durch Hermes unter Druck”, so Machemehl.

Verkaufsstellen billiger als Filialen

Den Löwenanteil der Post-Filialen abzustoßen, passt in die bisherige Strategie der Post. Erst vor kurzem hatte das Management bekräftigt, im laufenden Geschäftsjahr 4.000 zusätzliche Verkaufsstellen zu errichten. Derzeit gibt es bundesweit bereits rund 17.000 Verkaufsstellen. Der Vorteil dieser liegt für den Konzern darin, dass sie billiger sind als die in eigener Regie betriebenen Filialen – nicht zuletzt deshalb, weil sie über ein abgespecktes Angebot verfügen.

Quelle pressetext

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