Nun droht neben Ärztemangel ein Pflegemangel

Foto: Gerd Altmann / pixelio.de

Bis 2020 werden in der EU bis zu 230.000 Ärzte fehlen. Daher plant die EU-Kommission eine Verkürzung des Medizinstudiums von sechs auf fünf Jahre, bei offiziell gleichen Stundenanzahl. Dieses und weitere wichtige Themen hat man auf dem internationalen Symposium „Arzt sein in Zukunft“ in Wien diskutiert. Frank Montgomery, Präsident der Deutschen Bundesärztekammer, sieht Veränderungen in der Medizin wie einen Tsunami hereinschwappen. Ärzte müssten Bedingungen bekommen die sie sich wünschen, anstatt dass man ihnen vorschreibt wie sie arbeiten sollen. Noch führen die „Götter in Weiß“ die Beliebtheitsskala bei der Bevölkerung an, doch bei andauernder Überlastung und Stundenlöhnen um die 10 Euro macht sich auch zunehmend Zukunftspessimismus breit.

Trotz eines erfreulichen Anstiegs bei den Ärztinnen, bringt dies nur bedingte Entlastung. Drei weibliche Kolleginnen arbeiten nur so viel wie zwei männliche Kollegen. Jetzt ist die Zeit zum Handeln, denn es droht auch ein Pflegemangel. Eine Möglichkeit könnte das „task shifting“ sein. Laut deutschem Ärztepräsident entfallen 30 Prozent der Arbeit auf Bürokratie.

Im Aufschwung sind Honorarärzte, die man früher als karrieremäßig gescheitert ansah. Von diesen arbeiten derzeit viele über Vermittlungsagenturen und meist sogar nur stundenweise in Spitälern. Auch medizinische Versorgungszentren, die früher immer abgelehnt worden sind, entstehen immer mehr. In Österreich heisst das ganze Gruppenpraxis. Nur Ärzte dürfen diese betreiben und auch keine anderen Ärzte anstellen. Für Patienten ist dies auch besser, da sie lange offen haben, in der Nähe des Wohnortes sind, mehrere Spezialisten da sind und es keine Ferien gibt. Zudem sind sie kostengünstiger als Spitäler. Somit müssten Ärzte keine Einzelkämpfer mehr sein.

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