Fußballvereine in immer größerer Kluft zu Fans

Zur Zeit befindet sich die Beziehung der Fußballvereine zu ihren Fans in einer schwierigen Phase. Hierfür ist als wichtigster Grund der Wechsel zwischen Moderne und Tradition zu nennen. Historiker Florian Basel von der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt leitet hierzu eine Vortragsreihe „Fußballkulturen und Geschichte“. Diese soll nächste Woche starten.

In den letzten zehn Jahren hat sich die Fußballkultur grundlegend verändert. Gründe hierfür sind Modernisierung und Globalisierung. Besonders stark kann man das an Vereinen wie Bayer Leverkusen, TSG Hoffenheim und Vfl Wolfsburg sehen, wo eine starke Vermarktungsstrategie stattfindet. Bei Leverkusen hat man sich an diese Vermarktung gewöhnt. Wolfsburg und Hoffenheim versuchen jedoch auch die Traditionen zu bewahren.

Ganz ungewöhnlich ist jedoch das Vorgehen des Aufsteigers der Oberliga Nord-Ost – RB Leipzig. Dieser hat einen Sponsor, Red Bull, der mit der Region gar nichts zu tun hat. Wie die Fans damit umgehen, kann man noch nicht abschätzen. In neuester Zeit sind auf den vorderen Tabellenrängen auch Vereine mit kleineren Stadien zu finden. So sieht man, dass man mit den Eintrittspreisen nicht mehr die Haupteinnahmen machen kann. Vielmehr rücken nun die Fernsehzuschauer und die Sponsoren in den Vordergrund, als Haupteinnahmequelle. Damit werden die Beziehungen zwischen Fans und Fußballvereinen immer anonymer.

Gerade eingefleischte Fußballfans protestieren gegen diesen Trend. Fans von Manchester United tragen grün-goldene Schals. So zeigen sie ihren Protest gegen die Übernahme ihres Vereins 2005 durch den amerikanischen Investor Glazer. Auch die Neugründung von SV Austria Salzburg, eines Traditionsvereins, sieht Basel als Protest. So gründen sich Vereine die die Kommerzialisierung nicht billigen, einfach neu und fangen von unten noch mal an. Derzeit führt SV Austria Salzburg die erste Landesliga an. Dies ist im österreichischen Fußball die vierthöchste Liga.

Auch für die Sponsoren ist der Protest der Fans nicht zu ignorieren. Vereine sind auf ihre Fans angewiesen, durch die Hymnen und Choreografien. Die Fans binden erst die Zuschauer an den Fernsehschirm und zudem feuern sie ihre Vereine live an. So tragen auch sie in gewisser Weise zur Kommerzialisierung bei. Es gibt auch Vereine, die ihre Fans hoch schätzen. Dazu gehört St. Pauli, der seine Fans über die Benennung des Stadions abstimmen ließ. Natürlich lässt sich die Globalisierung des Fußballs nicht aufhalten, doch wichtig ist, wie man sie gestaltet.

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